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CampusConnect
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Im Projekt CampusConnect, geht es in erster Linie um die technische Verbindung von Campusmanagementsystemen und Lernplattformen zur Übertragung und Synchronisation von Veranstaltungs- und Belegungsdaten. Daneben realisiert das Projekt auch die Verbindung von Lernplattformen untereinander, sei es universitätsintern oder universitätsübergreifend. Praktisch werden damit die universitätsinterne Integration des Veranstaltungsangebots und die Kooperation von Hochschulen in der Lehre technisch unterstützt: Beispielsweise können Lehrende auf Basis der neuen Entwicklungen auf einfache Weise die Veranstaltungsdaten ihres Kurses, den sie auf der Lernplattform ihrer eigenen Hochschule pflegen, auf der Lernplattform der Hochschule, mit der sie kooperieren, anzeigen lassen; Studierende profitieren davon, dass sie die Informationen des Gastdozierenden auf der eigenen Lernplattform abrufen können.
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Bericht:
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An den meisten Hochschulen wird inzwischen die Organisation und
Kommunikation der Lehre von einer Lernplattform online unterstützt.
Lehrende haben die Möglichkeit zu ihrer Lehrveranstaltung Informationen
und Materialien bereitzustellen, Studierende können wiederum über die
Plattform Veranstaltungen belegen und in einem zugriffsgeschützten
Bereich Kursmaterialien einsehen und herunter laden oder zu anderen
Studierenden Kontakt aufbauen – um nur die gängigsten Nutzungsformen zu
nennen. Doch was geschieht, wenn Lehrende einer Hochschule auch für
andere Hochschulen Lehrveranstaltungen anbieten? Wie kann der Kurs in
der Lernplattform der anderen Hochschule angezeigt und verwaltet werden?
Ein ähnliches Problem besteht, wenn die Belegung eines Kurses über ein
zentrales Campusmanagementsystem geschieht und nicht in der
Lernplattform, dort aber auch abgebildet werden soll. Bisher fehlten
Lösungen, diese Szenarien ohne erheblichen Aufwand, Medienbrüche und
Dateninkonsistenzen zu realisieren. Das Projekt CampusConnect hat sich
zum Ziel gesetzt mit Hilfe technischer Schnittstellen zwischen
verschiedenen Systemen Lösungen für diese Probleme anzubieten.
Ein Beispielszenario:
Ein an der Hochschule A beschäftigter Dozent, lehrt auch als
Gastdozent an der Hochschule B. Er gibt seine Veranstaltungsdaten in das
Campusmanagementsystem ( z.B. LSF) seiner Hochschule ein. Es wird
automatisch ein Kurs im Lernmanagementsystem (LMS) angelegt. Dort kann
der Dozent die Veranstaltung auch für Studierende der Hochschule B
freigeben.
Daten von freigegebenen Veranstaltungen werden dann auch im LMS der
Hochschule B angezeigt. Der Studierende der Hochschule B kann also die
Veranstaltungsdaten des Gastdozenten direkt im LMS seiner Hochschule
abrufen. Über einen Link gelangt er zur Lehrveranstaltung im System der
Anbieterhochschule A und kann sich dort direkt in den Kurs eintragen.
Dies gelingt mit Hilfe des im Rahmen des Projekts CampusConnect
entwickelten E-Learning-Community-Servers.
Dr. David Boehringer (Rechenzentrum Universität Stuttgart) ist
Koordinator des Projekts. Im Interview (durchgeführt im März 2011) erläutert er neben den
technischen Herausforderungen auch die praktische Relevanz.
Inwiefern werden Schnittstellen zwischen Systemen verschiedener
Hochschulen immer wichtiger bzw. besteht überhaupt Bedarf an
hochschulübergreifenden Schnittstellen?
Wir beobachten, dass „Lehrdienstleistungen“ immer häufiger nicht
mehr von einer Hochschule allein, sondern in Zusammenarbeit erbracht
werden. Am augenfälligsten ist das bei kooperativ angebotenen
Studiengängen. Ganz allgemein nimmt aber die Anzahl von
Lehrveranstaltungen zu, die von Studierenden mehrerer Hochschulen
besucht werden können. Die IT der Hochschulen stellt das vor ein großes
Problem, zum Beispiel was die Verwaltung in den Campusmanagementsystemen
angeht. Für den Zugang zu Lehrmaterialien bieten wir jetzt eine Lösung.
Im Hochschulbereich kommen viele unterschiedliche Lernplattformen
und Campusmanagementsysteme zum Einsatz. Wie sind Sie im Projekt mit
dieser Gegebenheit umgegangen? Stellt dies, was die Schnittstellen
angeht, ein Problem dar?
Das stimmt, die über den ECS zu verbindenden Systeme sind von
Hochschule zu Hochschule unterschiedlich. Bei den meisten kommen die
Campusmanagementsysteme der HIS GmbH, vor allem das Modul „LSF“, zum
Einsatz. In den Universitäten in Baden-Württemberg ist ILIAS die
dominierende Lernplattform, in den Pädagogischen Hochschulen Stud.IP
(das z.T. Funktionalitäten von LSF mitbringt) und Moodle. Diese Vielfalt
an Systemen stellt natürlich eine Herausforderung dar, da es bislang
eben keine einheitliche Schnittstelle gibt.
Mit welcher technischen Lösung konnten im Rahmen des Projekts
CampusConnect hochschulübergreifende Schnittstellen realisiert werden?
Für CampusConnect nutzen wir eine Software, die wir im Rahmen eines
Vorgängerprojekts entwickelt haben, den von uns so getauften E-Learning
Community Server (ECS). Der ECS ist eine leichtgewichtige Middleware,
die mittels einer Webservice-Schnittstelle (REST) die ILIAS-Systeme
verschiedener Universitäten verbindet. Im Gegensatz zu anderen
Middlewarelösungen lässt sich der ECS sehr einfach in bestehende
Infrastrukturen integrieren ohne dass sich Administratoren in neue,
häufig komplexe Systeme einarbeiten müssen.
Eine Erweiterung zur Anbindung anderer Systeme war immer geplant und
wird im Rahmen von CampusConnect umgesetzt. Dafür haben wir die
Schnittstelle des ECS erweitert und lassen die Anbindungen (Konnektoren)
in den Lernplattformen entwickeln. Die Schnittstelle ist damit
systemübergreifend und nach Abschluss des Projekts können immerhin vier
verschiedene Systeme über dieselbe Schnittstelle verbunden werden. Ob
sie hochschulübergreifend eingesetzt wird, hängt vom Szenario ab. Man
kann sie auch nur zur hochschulinternen Integration zum Beispiel
zwischen einer Lernplattform und dem Campusmanagementsystem benutzen.
Können auch andere Hochschulen vom E-Learning-Community-Server profitieren?
Ein zentraler ECS wird von der Universität Stuttgart betrieben und
kann von allen Hochschulen genutzt werden. Auf Wunsch können die
Hochschulen aber auch lokale ECS-Installationen aufsetzen und betreiben.
Im Moment arbeiten viele Hochschulen an Schnittstellen und
Verbindungen unterschiedlicher Systeme (wie Lernplattform und
Campusmanagementsystem) und damit der Datenintegration innerhalb einer
Hochschule. Inwiefern unterscheidet sich CampusConnect von diesen
Initiativen?
CampusConnect unterscheidet sich vom Ansatz her dadurch, dass wir
keine 1-zu-1-Verbindungen zwischen den Systemen schaffen, wie das
hochschulintern häufig getan wird. Wir arbeiten mit einer Middleware und
reduzieren damit die Anzahl der notwendigen Verbindungen. Und im
Gegensatz zu anderen Middlewarelösungen lässt sich unsere Middleware
sehr einfach in bestehende Infrastrukturen integrieren ohne dass sich
Administratoren in neue, häufig komplexe Systeme einarbeiten müssen.
Welche Vorteile bieten die technischen Schnittstellen für die
Hochschulpraxis? Inwiefern profitieren ganz konkret Dozierende und
Studierende davon?
Lehrende ersparen sich (oder ihren Hiwis) die mehrfache Eingabe (und
Aktualisierung) identischer Daten in verschiedene Systeme. Je weniger
verschiedene Systeme Studierende anwählen müssen um an Informationen und
Daten zu kommen, desto leichter behalten sie den Überblick. Somit
bedeutet eine Datenintegration mittels Schnittstellen für alle
Beteiligten eine erhebliche Zeitersparnis. In besonderem Maße gilt dies
für hochschulübergreifende Studiengänge.
Können Sie uns schildern wie die Entwicklungen im Rahmen des Projekts
CampusConnect bereits bei der hochschulübergreifenden Zusammenarbeit
zum Einsatz kommen?
Hochschulübergreifende Zusammenarbeit unterstützen wir schon länger
zwischen den Universitäten Stuttgart, Hohenheim, Tübingen und Ulm. Mit
Hilfe des ECS ist es möglich, dass Lehrende ihre ILIAS-Kurse zu
Lehrveranstaltungen für die Studierenden anderer Hochschulen freigeben
können. Die betreffenden Kurse werden dann als Links in den
Lernplattformen der anderen Hochschulen angezeigt. Die Studierenden
gelangen über den Link und einen single sign-on-Mechanismus zum
angebotenen Kurs auf der Lernplattform des Lehrenden und sind dort
sofort eingeloggt. So können insbesondere Lehrveranstaltungen aus
Studiengängen, die von mehreren Hochschulen kooperativ angeboten werden
(wie „Kommunikationswissenschaft“ zwischen Stuttgart und Hohenheim oder
„Medizintechnik“ zwischen Tübingen und Stuttgart), hervorragend
unterstützt werden. Bislang hatten die Studierenden derartiger
Studiengänge auf den jeweiligen Lernplattformen keinen zentralen
Überblick über ihre online unterstützten Lehrveranstaltungen, und die
Accountvergabe auf den Lernplattformen gestaltete sich sowohl für
Studierende als auch für Administratoren aufwändig. Beides erfolgt jetzt
über den ECS automatisch und dynamisch mit ständiger Aktualisierung.
Sind in der Zukunft noch andere Szenarien denkbar, die mit Hilfe des ECS unterstützt und realisiert werden können?
Ein naheliegendes Szenario ist ein „verteiltes Repository“, bei dem
die Dokumente auf verschiedene Systeme verteilt liegen, aber von allen
Berechtigten abgerufen werden können.
Der Zugang zu den Dokumenten erfolgt dabei über Linklisten. Die
Links werden automatisch generiert, sobald für das Dokument eine
Freigabe erteilt wird. Die Links führen direkt zu den verteilten
Ressourcen. Wenn die Freigabe zurückgenommen wird, werden auch die Links
in den jeweiligen Systemen automatisch gelöscht. Durch den
Freigabe-Mechanismus müssen also keine Kopien angefertigt werden und der
Autor behält jederzeit die Kontrolle über seine Dokumente. Auch die
Aktualisierung ist kein Problem mehr. Nehmen wir als ein Beispiel eine
Gruppe sportwissenschaftlicher Institute in Deutschland. Diese haben
festgestellt, dass auf ihren Lernplattformen hervorragende
Lehrmaterialien liegen, die auch von anderen Universitäten genutzt
werden könnten. Alle würden davon profitieren ihre Daten in einem großen
Datenpool zusammenzuführen. Lehrende könnten über den ECS ihre
Lehrmaterialien für die anderen Hochschulen freigeben (gleichgültig ob
sie auf ILIAS, Moodle oder Stud.IP arbeiten). An jedem Standort könnte
auf diese Weise eine vollständige Liste der verfügbaren Materialien
generiert werden; die Links der Liste verwiesen dabei auf die
verschiedenen Lernplattformen der verschiedenen Hochschulen.
Zum Projekt CampusConnect:
Projektbeteiligte:
5 Universitäten (Stuttgart, Hohenheim, Ulm, Konstanz, Mannheim)
6 Pädagogische Hochschulen (Ludwigsburg, Karlsruhe, Freiburg, Heidelberg, Schwäbisch-Gmünd, Weingarten)
1 Firma: FreeIT
Förderung:
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
Laufzeit:
1.10.09 –30.6.2011
Weitere Informationen:
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Erstellt am 28.03.2011
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