Wie findet man den besten Social Trading Broker?

An der Börse Geld zu verdienen ist nicht einfach. Neben theoretischem Wissen über die gehandelten Produkte oder Know-how in der Chartanalyse benötigt der Händler auch Zeit, um die Märkte zu beobachten, seine Anlageentscheidungen zu treffen und zu überwachen. Fehlt einem Anleger eine oder mehrere dieser Voraussetzungen, wird er mit großer Wahrscheinlichkeit Verluste mit seinen Trades generieren. Trades von erfolgreichen Händlern, die über großes Wissen und ausreichende Zeit verfügen, zu kopieren, ist eine interessante Alternative. Das ist als Social Trading, Copy Trading oder Mirror Trading bekannt.

Eine Begriffsbestimmung

Social TradingVoraussetzung für das Mirror Trading sind Trader, die Details ihrer Trades auf (sozialen) Internetplattformen veröffentlichen. Sie müssen langfristig erfolgreich sein und werden auch als Top Trader oder Signalgeber bezeichnet. Die veröffentlichten Trades können mit eigenem Kapital kopiert werden. Man folgt den Trades der Top Trader und wird zum sogenannten Follower.

Das manuelle Kopieren ist aufwändig und erfordert die kontinuierliche Beobachtung der Aktivitäten des Top Traders. Ein identisches Kopieren des Portfolios wird nie möglich sein, da es zwischen den Aktivitäten des Top Traders und des Followers immer einen zeitlichen Versatz geben wird. An dieser Stelle kommen spezialisierte Trading Plattformen ins Spiel.

Eine Social Trading Plattform unterstützt den Anleger bei der Suche nach Top Tradern durch die Bereitstellung geeigneter Kennzahlen über diese Trader und der 1:1 Abbildung der Handelsaktivitäten eines Traders im Konto eines Followers.

Welche Social Trading Plattform? – Ein Vergleich der bekanntesten Anbieter

ayando

ayondo bietet potenziellen Followern klassisches Mirror Trading. Über 1000 Top Trader repräsentieren eine Vielzahl von Anlagestrategien. Die Auswahl der passenden Top Trader wird von ayondo durch verschieden Kennzahlen unterstützt, wie z. Bsp. die Anzahl der Follower, die Performance seines Anlageportfolios, der maximale Drawdown oder die Volatilität.

Der Grundgedanke des Mirror Tradings wird hier vollständig umgesetzt. Investiert ein Top Trader 5 Prozent seines Kapitals in ein bestimmtes Anlageprodukt, wird diese Anlageentscheidung für den Follower mit 5 Prozent seines Kapitals nachvollzogen. Jeder für den Follower generierte Trade kann von ihm geändert oder geschlossen werden. Ist ein Follower von seinem Top Trader überzeugt, kann er auch die Anlageentscheidung des Top Traders hebeln. Bei einem Hebel von bspw. 2 wird ayondo bei einem Kapitaleinsatz eines Top Traders von 5 Prozent für den Follower den Kapitaleinsatz mit 10 Prozent nachbilden.

Bei ayondo werden keine Gebühren an die Plattform selbst und an den Trader fällig. Ebenso fallen keine Performance-Gebühren, also Gebühren auf den Gewinn des Followers, an. Der Verdienst von ayondo und des Top Traders wird aus einem Anteil des Geld-/Brief-Spreads bezahlt, den ayondo vom Broker erhält. Für den Follower fallen keine Kosten an. Nur für Positionen, die Übernacht gehalten werden, fallen Finanzierungsgebühren an.

Wikifolio

Auch auf der Trading Plattform Wikifolio werden Depots, sie werden auch Wikifolios genannt, von Privatanlegern und professionellen Vermögensberatern nachgebildet. Ein Wikifolio generiert immer einen Index, auf den die Lang & Schwarz AG Indexzertifikate emittiert. Diese Zertifikate sind über die Hausbank oder Onlinebroker an der Börse zu erwerben und werden im Depot des Followers hinterlegt.

Eine Vielzahl von Kennzahlen unterstützt den interessierten Follower, die für ihn interessanten Wikifolios zu finden. Alle Transaktionen innerhalb der Wikifolios werden transparent und öffentlich dokumentiert.

Die Teilnahme an Wikifolio ist nicht kostenfrei. Nach dem täglichen Handelsschluss wird eine Zertifikatgebühr fällig, die bis zu 0,95 % p. a. betragen kann. Sollte das Wikifolio einen neuen Jahreshöchststand erreichen, berechnet die Plattform eine Performancegebühr von bis zu 30 % des Gewinns. Ansonsten fallen keine weiteren Transaktionsgebühren an.

Das Risiko beim Erwerb von Wikifolio-Zertifikaten ist auf das eingesetzte Kapital beschränkt. Es gibt keine Nachschusspflicht.

ZuluTrade

ZuluTrade arbeitet mit den Handelskonten der Follower, die diese bei normalen Onlinebrokern eröffnet haben. Anlageentscheidungen der auf ZuluTrade agierenden Top Trader werden den Handelskonten der betroffenen Follower übermittelt und können dort, entweder automatisch oder manuell, 1:1 nachvollzogen werden. Handelsobjekte dieser Plattform sind der Forex und die Binären Optionen.

Auch ZuluTrade unterstützt mit vielen Kennzahlen die Suche nach passenden Signalgebern. Ein Follower kann seine potenziellen Top Trader mit einem Demokonto auf ihre Performance testen. Bis auf die Gebühren des eigenen Brokers fallen keine weiteren Kosten an.

eToro

Ein weiteres weltweites Trading-Netzwerk ist eToro, das mit einfacher Bedienbarkeit und einem schnellen Zugang zu den Finanzmärkten wirbt. Auch eToro hilft Followern mit der Bereitstellung von Kennzahlen, interessante Top Trader zu finden. Für den Beginner stellt eToro umfangreiches Lehrmaterial und ein Demokonto zur Verfügung. Alle Beteiligten können über Chats oder Foren diskutieren.

Für das Mirror Trading bei eToro ordnet der Follower seinem Top Trader einen Geldbetrag zu, mit dem zukünftig die Trades des Profis kopiert werden.

Die erstmalige Mindesteinzahlung auf das eToro-Konto beträgt 200 $. Es fallen Gebühren beim Schließen von Positionen und durch Spreads an. Bei Positionen, die über Nacht aktiv sind, werden von eToro ebenfalls Gebühren berechnet. Die genannten Gebührensätze können sich sporadisch ändern und sollten daher regelmäßig bei der eToro-Website abgefragt werden.

Copy Trading oder „Do it yourself“ – Vor- und Nachteile

Online BrokerNeben dem eingesetzten Kapital sind die investierte Zeit zum Treffen von Anlageentscheidungen und vorhandenes Tradingwissen entscheidende Erfolgsfaktoren für das erfolgreiche Handeln an der Börse. Unabdingbar ist verfügbares Kapital. Wissen und Zeit benötigt man je nach Anlagestrategie in unterschiedlichem Maß.

Der größte Aufwand an Wissen und Zeit entsteht bei eigenständigem Trading, bspw. bei einem Onlinebroker. Know-how in der Charttheorie, Verständnis über volkswirtschaftliche Zusammenhänge und das Wissen um das gängige Börsenvokabular sind unumgänglich. Insbesondere beim Handel mit Indexzertifikaten oder CFDs wird man regelmäßig die Entwicklung seiner Trades überprüfen, um bei nicht erwarteten Kursschwankungen korrigierend einzugreifen. Natürlich hilft das Setzen eines Stopp-Loss-Limits bei der Begrenzung möglicher Verluste. Eine konstante Beobachtung des Charts kann aber frühzeitig zu der Erkenntnis führen, dass der Kurs eines Anlageobjektes sich charttechnisch in einem Abwärtskanal befindet und man damit das Investment vorzeitig beenden möchte.

Beim Copy Trading gibt man die Kontrolle über das eingesetzte Kapital zwar nicht zu 100 Prozent, aber doch weitgehend aus der Hand. Daher sollte man Zeit in die Auswahl „seines“ Traders investieren. Hier bieten sich auch die von den Plattformen zur Verfügung gestellten Demokonten an, mit denen man diese Trader unverbindlich „testen“ kann. Ist der Entscheidung für einen oder mehrere Trader gefallen, muss zur Beobachtung von Charts und Verkaufssignalen keine Zeit mehr verwendet werden.

Wissen über die gehandelten Anlageprodukte ist auch beim Mirror Trading hilfreich, aber nicht unbedingt notwendig. Das gilt auch für die Chart- oder Fundamentalanalyse. Unabdingbar ist aber Know-how über die Kennzahlen, welche die Plattformen über ihre Trader bereitstellen. Nur wer diese Kennzahlen belastbar interpretieren kann, wird für sich passende Trader finden. Die Aneignung dieses Wissens ist unkompliziert und ohne großen Zeitaufwand möglich.

Fazit

Copy Trading ist eine nicht regulierte Anlageform, die wie jede Anlagestrategie zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen kann. Von Vorteil ist aber, dass man sein Kapital einem Trader anvertraut, der selbst kein Interesse hat, Geld zu verlieren. Er steigert sogar seinen Profit durch möglichst viele Follower und diese folgen ihm nur, wenn er erfolgreich ist.

Wer Geld an der Börse verdienen will, sich aber nicht durch dicke Abhandlungen über Anlagetheorien durcharbeiten will und zudem seine Trades nicht alle 15 Minuten kontrollieren kann oder will, für den ist der Handel auf einer Social Trading Plattform eine interessante Anlagestrategie.

Social Trading am 8. November 2016 ist bewertet mit 5.0 of 5